Alexandra Stäuble, 01.03.2010
TV Dagmersellen – STV Willisau 25:23 (13:10)
Ein Derby mit Biss
Der TVD konnte sich in einem packenden Duell gegen Erzrivale Willisau mit 25:23 durchsetzen. Die Partie war geprägt von vielen Emotionen, wenig Toren und vielen Strafen.
Wenn ein Aufeinandertreffen beider Mannschaften ansteht, so freut sich eine ganze Region. Die vergangenen zwei Begegnungen konnte der STV Willisau für sich entscheiden, im Cup sowie im Vorrundenspiel der laufenden Saison. Auch am vergangenen Samstag waren die Willisauer als Tabellenführer und Favorit in die Chrüzmatt gereist, aber die Vorzeichen schienen für einmal ganz anders. Der TVD hat nach anfänglichen Schwierigkeiten eine beachtliche Siegesserie hingelegt und wollte sich für einmal wieder als Derbysieger feiern lassen.
Dem entsprechend fanden sich viele Zuschauer beider Mannschaften in der Chrüzmatt ein. Es ging sofort viel versprechend los und die aufgestauten Emotionen kochten über. Das Heimteam ging mit der nötigen Entschlossenheit in die Zweikämpfe. Die Schiedsrichter intervenierten aber von Beginn weg und schickten die zu hart eingreifenden Dagmerseller jeweils zwei Minuten auf die Bank. Der STV Willisau fand in Überzahl dann immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten und versenkte den Ball erfolgreich im Dagmerseller Tor. Aber die Dagmerseller versuchten in Unterzahl ihre Bemühungen ebenfalls in Tore umzuwandeln und dies gelang ihnen auch. Die Chancen waren nicht alle zwingend, aber der Ball fand trotzdem den Weg ins Tor. Der TVD glänzte an diesem Abend mit einem überragenden Überzahlspiel. So konnte sich keine Mannschaft absetzten und nach rund 20 Minuten stand es 9:8 für die Dagmerseller. Zudem konnte sich die Mannschaft von Alex Milosevic wiederum auf zahlreiche wichtige Paraden von Torhüter André Willimann verlassen, welcher sein Team im Spiel hielt. Vor dem Seitenwechsel zündete der TVD zum Schlussspurt und setzte sich mit drei Toren in Front.
Nach den ersten 30 Minuten konnte man nicht von einem hochstehenden Handballspiel sprechen, aber die Zuschauer kamen in Sachen Spannung voll auf ihre Kosten. Für den TVD ging die Rechnung bislang auf: In der Verteidigung agierte das Team glänzend und die hart erkämpften Chancen im Angriff wurden souverän verwertet.
Nach der Pause konnte sich Dagmersellen dann entscheidend absetzen und führte nach wenigen Minuten mit 17:12. Die dritte Zwei-Minuten-Strafe für Ronald Graf, plus eine zusätzliche Strafe wegen lautstarkem Ärgernis darüber, katapultierte den TVD in eine vierminütige Unterzahl. Dies erlaubte dem STV Willisau, sich wiederum bis auf ein Tor an den TVD heranzutasten. Wie zu erwarten, gab sich der Leader aus Willisau zu keiner Zeit auf und das Spiel drohte nun zu kippen. Doch der TVD agierte in der Schlussphase abgeklärt und liess durch konsequente Deckungsarbeit nur noch bedingt Tore zu. In der Verteidigung wurde beinahe jeder Schuss der Willisauer, ob nun Gegenstoss oder auch Distanzwurf, von Torhüter Willimann erfolgreich entschärft. In der Offensive spielten die Dagmerseller gekonnt clever und nutzen die Chancen, welche sie sich erspielten, kaltschnäuzig aus. So reichte es zum Schluss für einen 25:23 Derbysieg für den TVD.
Ein nervenaufreibendes, spannendes, kampf- und körperbetontes Spiel lässt die Dagmerseller Erfolgsserie weitergehen. Ein Sieg welcher nach dem Spiel noch ausgiebig gefeiert wurde, denn ein Erfolg gegen den STV Willisau lag bis zu diesem Zeitpunkt viel zu lange zurück.
Chrüzmatthalle: 350 Zuschauer, Schiedsrichter: Martin Kamber, Philipp Meili, Strafen: 9x2min. TVD, 7x2 min. STV, STV Willisau: Duss/ Mehr; A. Felber (3), P. Felber (4), Furrer (1), Greber (2), Hansen (3), Häfliger (4), Mehr (1), Metz (2), Meyer (2), Peter, Schneider (1), Stöckli, TVD: Küng (für 1 Penalty)/Willimann; Bratschi (4), Felder (1), Frauchiger (4), R. Graf (2), S. Graf (4), Häfliger, Kleiner, Leuenberger, Lischer (6/4), Sutter (3), Theiler (1), Wyss.
TVD-Trainer Milosevic ist zufrieden: „Was will man mehr“?
Das erste Derby in der Chrüzmatt hat TVD-Trainer Alex Milosevic als sehr eindrücklich empfunden. „Die Atmosphäre, die Kulisse, die Anspannung – alles war einmalig und speziell“. Er habe den ganzen Sonntag noch an den Derbysieg seiner Mannschaft denken müssen. Ein verdienter Sieg, denn der TVD war lediglich am Anfang 0:1 und 1:2 in Rückstand, danach führte und dominierte das Heimteam den Match. „Meine Mannschaft konnte alles perfekt umsetzen, auch in Unterzahl“. Speziell diese Spielsituation hat die Mannschaft in den Trainings intensiv trainiert und die Rechnung ist aufgegangen. Das Unterzahlspiel war etwas vom Besten, was seine Mannschaft in der laufenden Saison gezeigt habe.
Ein spezielles Erfolgsrezept hat sein Team nicht verfolgt, hat er sich auf die besondere Motivation eines jeden Spielers verlassen. „Erfahrene Akteure in meinem Team haben mir dies schon früh beigebracht. Nun bin ich froh, dass wir unseren Willen in Einklang mit unserem handballerischen Können bringen konnten“. Die Grundlage für den Sieg war aber die aggressive Verteidigungsarbeit und die tollen Paraden von Torhüter Willimann. „André war in bestechender Form, er hat der Mannschaft richtig eingeheizt“.
Zum ersten Mal war die ganze Familie von Alex Milosevic in der Chrüzmatt anwesend und hat sich das Derby angeschaut. „Dies war für mich eine wichtige moralische Unterstützung. Obwohl mein Sohn seit drei Jahren beim BSV Bern in der SHL spielt, hat ihn unser Spiel und die Stimmung sehr beeindruckt. Er hat sich den TVD als Cupgegner nächste Saison gewünscht“!
Alexandra Stäuble