«Der Druck liegt jetzt bei Chênois»

«Der Druck liegt jetzt bei Chênois»

Handball, 1. Liga der Männer
Abstiegs-Barrage, Rückspiel
Sonntag, 17 Uhr
Sous Moulin, Chênois
CS Chênois Genève Handball – TV Dagmersellen

Der TVD reist am Sonntag mit der Hypothek der 26:27-Heimspielniederlage vom letzten Freitag zum Retourkampf nach Genf. Thomas Graber, der Trainer der Wiggertaler, sagt, warum dieser knappe Rückstand sogar ein Plus für sein Team sein könne…

von Renato Cavoli

Ob er im Hinspiel überrascht gewesen sei vom Auftritt der Genfer, wird Thomas Graber ein paar Tage nach dem Spiel gefragt. «Nein», sagte der Cheftrainer des TVD. «Nein, ganz und gar nicht. Chênois spielte genauso, wie das unsere Gewährsleute berichteten und was auch das vorhandene Videomaterial zeigte. Die Genfer waren schnell auf den Beinen. Sie besitzen ein junges Team. Sie sind beweglich, quirlig und technisch sehr gut ausgebildet. Wir waren auf all das vorbereitet und im Bild. Aber in den ersten knapp sieben Minuten waren wir schlicht nicht auf dem Platz.»

Das Resultat dieser unerklärlichen «Absenz»? Dagmersellen lag nach 06:53 bereits mit 0:5 im Hintertreffen.

«Zu schwach im Angriff»

Die Gewährsleute des Dagmerseller Trainerteams sprachen auch davon, dass die Genfer wohl sogar einen Rang im vorderen Mittelfeld hätten belegen können, wenn sie stets mit ihrem Stammsechser angetreten wären. Doch in der Meisterschaft hätten sie sehr häufig die Spieler gewechselt. Und landeten, wie der TVD in einer anderen 1.-Liga-Gruppe, auch deshalb nur auf einem Barrageplatz.

Doch in Dagmersellen spielte genau dieser Stammsechser praktisch durch. Und nützte mit einigen Finten die Lücken im gegnerischen Abwehrverbund effizient aus. «Das noch grössere Problem als die Abwehr war aber im Hinspiel unser Angriff», sagt Thomas Graber. «Wir waren im Abschluss einfach nicht gut genug. Die Genfer machten zwar ebenfalls viele technische Fehler wie wir. Aber im Unterschied zu ihnen konnten wir das nicht ausnützen.»

Zudem, so Thomas Graber weiter, hätten seine Rückraumspieler oft schon aus acht Metern Distanz schiessen können. Aber sie seien zu oft zu nah auf die passiv und statisch agierende Deckung des Gegners aufgelaufen.

«Unsere Chance ist intakt»

Der Dagmerseller Trainer ist sogar froh, dass am Ende eine Niederlage mit einem Tor Differenz auf dem Matchblatt stand. «Denn so wissen wir, dass uns nur ein Sieg weiterhilft. Unsere Chancen sind weiterhin intakt. Und der Druck liegt jetzt bei den Genfern. Aber wir müssen von Beginn weg hellwach sein, im Angriff viel effizienter und zwingender agieren. Und in der Deckung dem Gegner nicht so viele Geschenke offerieren wie im Hinspiel.»

Mit Ausnahme des abwesenden Rechtsflügels Andrin Huber kann das TVD-Trainerteam Thomas Graber/Angela Dolder im Rückspiel auf alle Spieler zurückgreifen. «Wir werden Änderungen in der Aufstellung vornehmen. Doch das allein wird nicht reichen. Wir müssen uns gegenüber dem Hinspiel klar steigern», sagt Thomas Graber.

Sonst werden am Ende die Genfer über den Ligaerhalt jubeln. Und der TV Dagmersellen müsste eine weitere Barragerunde bestreiten. Auf das möchte man aber sehr gerne verzichten.

Immerhin: Das Team weiss genau, wie ein solches Szenario zu verhindern wäre…