TVD im Angriff ohne Ideen

TVD im Angriff ohne Ideen

Handball 1. Liga, Finalrunde
HSG Siggenthal/vom Stein Baden – TV Dagmersellen 25:19 (9:8)

Der TVD verliert in dieser Aufstiegsrunde gegen ein höchstens durchschnittliches Siggenthal zum dritten Mal in Folge. In der ersten Halbzeit blieb die von vielen Fehlern geprägte Partie dank Torhüter Ramon Häller noch ausgeglichen. Währenddem die Gastgeber sich in den zweiten 30 Minuten steigern konnten, blieb die Vorstellung der ganzen Dagmerseller Mannschaft im Angriffsspiel ungenügend. So sind in dieser Aufstiegsrunde keine Punkte zu holen.

von Peter Staub

Lag es an der ungewohnten Anspielzeit 14.00 Uhr? Auf jeden Fall begannen beide Teams die Partie sehr unkonzentriert. Auf beiden Seiten sah man viele technische Fehler und Fehlschüsse. Toremässig erwischten die Dagmerseller den besseren Start und führten nach sechs Minuten mit 3:1. Doch es gelang nicht, diesen Vorsprung zu halten und es war unverkennbar: Wie schon in der zweiten Halbzeit gegen Frauenfeld war viel Sand im TVD-Angriffsgetriebe. Der Rückraum agierte viel zu umständlich und ohne wirklich Zug auf das gegnerische Gehäuse. Dies änderte sich auch nicht gross, als Coach Prachar die Formation auf mehreren Positionen änderte. Die Gastgeber ihrerseits agierten auch nicht viel besser und scheiterten immer wieder am mit Abstand besten Dagmerseller Ramon Häller, der in der ersten Halbzeit eine glänzende Abwehrquote von 45% aufwies. So blieb die Partie auf tiefem Niveau sehr torarm und ausgeglichen. Unnötig, aber irgendwie symptomatisch für den behäbigen TVD-Auftritt gelang dann Siggenthal sechs Sekunden vor der Pause noch der 9:8 Führungstreffer.

Zu wenig Biss und Verletzungspech

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie vorerst ausgeglichen. Siggenthal konnte zwar zwei Tore vorlegen, doch in der 39. Minute gelang Urs Oggier der erneute Ausgleich zum 13:13. Wenig später hatte man sogar die Möglichkeit wieder in Führung zu gehen. Doch genau zu diesem Zeitpunkt fiel die Vorentscheidung. Der TVD kassierte im Gegenstoss eine Strafe und während dieser zwei Minuten gleich drei Gegentore zum 13:16. Eigentlich wäre bei diesem Spielstand noch alles möglich gewesen, doch weiterhin brachte man im Angriff kaum etwas Zählbares zu Stande. Es fehlte an Tempo und Präzision. Oder einfach gesagt, es fehlte der letzte Biss. So bauten die alles andere als überragenden Gastgeber ihren Vorsprung bis zur 45. Minute auf 18:13 aus. Dann kam auch noch riesiges Verletzungspech dazu. Der erst gerade wieder genesene Joel Wermelinger landete nach seinem ersten Treffer für den TVD zum 18:14 unglücklich und zog sich dabei erneut eine Knieverletzung zu. An dieser Stelle wünschen wir ihm gute Besserung. Von diesem Schock erholte sich die Dagmerseller Mannschaft nicht mehr. Die (wenige) Luft war nach 50 Minuten definitiv draussen. Auch der siebte Feldspieler im Angriff half nicht. Das Überzahlspiel war viel zu durchsichtig und zu ungenau. Die wenigen Treffer mussten richtiggehend erknorzt werden. Am Schluss resultierte eine klare 19:25-Niederlage gegen einen höchstens durchschnittlichen Gegner. Man muss es klar und deutlich sagen: Das war eine der schwächsten TVD-Vorstellungen in dieser Saison. Schade, in Siggenthal wäre mit Sicherheit mehr dringelegen.

Nun kommt der Leader

Weiter geht es für den TVD am nächsten Samstag mit dem Heimspiel gegen den Tabellenführer die SG GC/Amicitia/HC Küsnacht (18.00 Uhr Chrüzmatt). Die Zürcher, gespickt mit mehreren aktuellen und ehemaligen QHL-Spielern, sind in dieser Aufstiegsrunde noch ohne Punktverlust. Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft von Martin Prachar und Silvan Graf gegen den Aufstiegsfavoriten Nr. 1 schlagen wird. Hopp TVD!

 

Spieltelegramm: SPH Obersiggenthal –  50 Zuschauer – SR: Kamber/Meili – Strafen: Siggenthal 1×2, TVD 4×2 Min. –– TVD: Häller/Schöpfer; Häfliger F. (1), Wyss (5), Hodel V., Tschupp P. (1), Oggier (3), Tschupp K. (3), Huber, Sommer (2), Döös (1), Hodel F., Wermelinger (1), Renggli (2). – Siggenthal: Büsching/Zanandreis; Feldmann (4), Moser P. (5), Berger (1), Spuler (2/2), Hämmerli (3), Moser C., Binder (2), Moser N. (1), Mischler (6), Jörgensen (1).